10 Jahre LUNGEN- UND ENDOPROTHESENSPORT IM SCP

Lungensport

Im Januar 2000 stürzte sich unsere Turnabteilung in ein großes Abenteuer: die Einrichtung einer Lungensportgruppe (Sport für Asthmatiker und COPD-Patienten). Es wurde eine Fachübungsleiterin gesucht und gefunden, Angelika Beier, eine Hallenzeit ausfindig gemacht, Mittwoch 13.30 Uhr, und mit Dr. Rüdiger Bock ein engagierter Lungenfacharzt für die ärztliche Betreuung gewonnen.

Und dann war es schon soweit. Am 19. Januar startete die erste Übungsstunde mit immerhin zwölf Teilnehmern. Es wurden kurze Eröffnungsreden gehalten: Veiko Schönke sprach über das Organisatorische seitens des SCP, Angelika Beier über die Ziele und Inhalte des Lungensports und Dr. Bock über einige medizinische Fragen. Tja, und dann ging’s auch schon los.

Zunächst gab es für alle einen ausgiebigen Aufwärmteil. Für Lungensportler ist dieser Teil sehr wichtig, da sich die Atemwege nur langsam an Belastung gewöhnen. Es folgten atemgymnastische Übungen, um die Beweglichkeit des Brustkorbs zu verbessern und damit die Atmung zu erleichtern (siehe Foto). Und dann kam der Ernst des Lungensportlerlebens: Ausdauertraining und Kraftausdauertraining. Auch wenn sich die Lungenfunktionswerte dadurch nicht verbessern, ist es doch ein sehr wichtiger Teil des Trainings, denn es verbessert sich die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit. Und selbstverständlich durfte (und darf) jeder nach seinen Fähigkeiten mitmachen oder sich auch mal eine Atem-Pause gönnen. Zum Schluss ging es dann für einige Atem- und Entspannungsübungen auf die Matte. Das tat gut. Und alle waren sich einig: Sie wollten wiederkommen. Was sie dann auch taten. 

Die Gruppe wuchs sehr schnell, und es konnte bald schon eine zweite Gruppe Lungensport am Dienstag eingerichtet werden. Mittlerweile gibt es im SCP vier Lungensportgruppen mit insgesamt 70 Teilnehmern. Was für eine tolle Geschichte!

Die erste Gruppe übernahm nach einem Jahr Veiko Schönke als Trainer, und die anderen drei werden von Natalia Dergatcheva betreut.

Und alle sind sich einig: Es macht einfach Spaß, sich mit Gleichgesinnten zu treffen und Sport zu treiben. Und nicht nur das. Einmal im Jahr geht es zu einem gemeinsamen Wandertag mit anschließendem Kaffeetrinken, und selbstverständlich gibt es im Dezember eine Weihnachtsfeier.

Aber auch über solche „offiziellen Veranstaltungen“ hinaus gibt es so manche nette Begegnung und sind Freundschaften entstanden. 

Ich wünsche allen „Lungensportlern“ des SCP gute Gesundheit und weiterhin viel Freude beim gemeinsamen Sportreiben! Euer Veiko Schönke 

Endoprothesensport (Sport bei künstlichem Gelenkersatz)

Ebenfalls im Januar 2000 startete die erste Gruppe „Endoprothesensport“ im SCP. Fünf Teilnehmer und ein Trainer (Veiko Schönke) fanden sich am 18.01. des erwähnten Jahres in der OTB-Halle ein, um mit speziellen gymnastischen Übungen operierte Hüftgelenke wieder fit zu machen.

Fit machen heißt in dem Fall, dass man ein hohes Maß an Beweglichkeit wieder erlangt, die abgeschwächte Muskulatur rund ums Hüftgelenk stärkt und die Bewegungssicherheit entwickelt. 

Nachdem der Trainer die organisatorischen Fragen zum Rehasport abgehandelt hatte, ging es dann auch gleich los. Wie bei allen anderen Sportarten auch gab es zunächst ein Aufwärmtraining, in dessen Mittelpunkt Übungen für die Fuß-, Knie- und natürlich Hüftgelenke standen.

Nach dem Aufwärmen hatten die Teilnehmer ein erstes Balancetraining zu bestehen. Und sie bestanden es. Alle blieben auf den Beinen – bzw. auf einem Bein und freuten sich darüber, dass auch mit künstlichem Gelenkersatz einiges an Stabilität zu erreichen ist.

Nun folgte der Kräftigungsteil auf der Matte. Dabei standen die Muskeln rund ums Hüftgelenk im Mittelpunkt. Bis heute bildet diese Muskelgruppe den Dreh- und Angelpunkt des Trainings (siehe Fotos). In jeder Stunde gab und gibt es aber auch kleine bis mittelschwere Ausflüge zu anderen Muskelgruppen (Bauch, Rücken, Po).

Den Abschluss der Sportstunde bildeten Lockerungs- und Dehnübungen der Bein- und Hüftgelenksmuskulatur. Schließlich sollte jeder sein operiertes Hüftgelenk wieder in vollem Umfang einsetzen können. 

Und nach 450 absolvierten Stunden (Stand 13. Januar 2010) kann ich als Trainer sagen: Es hat sich wirklich gelohnt, diese Sportgruppe ins Leben zu rufen. Das regelmäßige Training hat vielen geholfen, nach Operationen schneller wieder fit zu werden und auch Sicherheit im Umgang mit einem künstlichen Gelenk zu bekommen.

Außerdem ist ein dufte Truppe entstanden (gegenwärtig 24 Mitglieder), die gemeinsam viel Freude beim Training hat und sich darüber hinaus noch zwei- bis dreimal im Jahr zum gemütlichen Essen trifft. (siehe Foto) 

Ich wünsche allen „Hüftsportlern“ des SCP gute Gesundheit und weiterhin viel Freude beim gemeinsamen Sportreiben! Euer Veiko Schönke 

Und jetzt noch ein paar Anmerkungen aus der Sicht einer Teilnehmerin:

Anfang des Jahres 2001 lasen wir einen Artikel in einer Stadtteilzeitung, in dem über ein Training beim SCPoppenbüttel für Menschen mit einer Hüftendoprothese berichtet wurde. Meine OP war ein Jahr her, und ich traute mich zunächst nicht, dort mit zumachen, weil ich immer noch ziemlich in der Bewegung eingeschränkt war. Durch meinen Mann ermutigt, schaute ich mir das ganze erst einmal an. Ich war sofort begeistert von Veiko, dem Trainer, und der fröhlichen Gruppe. Veiko gelingt es mit seiner freundlichen Ansprache, jeden zu motivieren und alles aus sich herauszuholen. Schon nach kurzer Zeit gehörte die Stunde Training in der Vereinshalle zu den „Highlights“ der Woche und durfte nicht verpasst werden. Ich merkte, wie ich von Woche zu Woche beweglicher und fitter wurde. Als dann auch meine andere Hüfte ausgetauscht werden musste, konnte ich es kaum erwarten, wieder beim SCP zu trainieren. Und diesmal war ich Dank des laufenden Trainings viel schneller wieder fit, als beim ersten Mal und konnte schon nach kurzer Zeit wieder stundenlange Spaziergänge mit dem Hund machen. Inzwischen hat sich auch mein Mann eine Hüftendoprothese zugelegt, nicht nur aus Sympathie für mich und weil er unbedingt bei unserer tollen Truppe mitmachen wollte, sondern weil es wirklich erforderlich war. Wir beide freuen uns jede Woche auf das kompetente und abwechslungsreiche Training, das wir nur versäumen, wenn wir in Urlaub sind oder einen Zahnarzttermin haben. Hoffentlich bleiben wir alle noch lange so gesund, dass wir Veikos Training mitmachen können. Heide Barran-Wessel